Bühne, Theater | Kunst, Kultur und Literatur

23. BURGTHEATERSOMMER ROSSLAU 2020

Geschichten aus dem Wiener Wald

15. Juli bis 16. August 2020
Burg Roßlau

„Wir spielen!“ meldet das junge Ensemble des BURGTHEATERSOMMER ROSSLAU. Nach langer Zitterpartie können die Theaterveranstaltungen auf der mittelalterlichen Wasserburg in Roßlau stattfinden. Um die Abstandsregeln einzuhalten, wurde die Spielstätte kurzerhand von der Oberburg auf den großen Platz der Unterburg verlegt; mit Blick auf die Burg, sodass die gewohnt stimmungsvolle Atmosphäre erhalten bleibt.

Inszeniert wird „Geschichten aus dem Wiener Wald“, ein 1930 entstandenes Stück des Dramatikers Ödön von Horvath. Regie führt erneut die Berliner Regisseurin Andrea Pinkowski, der Musiker Karl Neukauf ist mit Klavier, Gitarre, Schlagzeug und seiner unverkennbaren Stimme dabei. Gespielt wird über fünf Wochen, jeweils mittwochs bis sonntags, an 25 Abenden. Jeweils samstags ist für Interessierte Gelegenheit, nach der Vorstellung beim Publikumsgespräch mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Das Begleitprogramm bietet in diesem Jahr das Kinderstück „Der Salzprinz“ nach einem slowakischen Märchen. Neu sind zwei Workshops, einen für Jugendliche von 14 bis 18 Jahren und ein Märchen-Workshop für Kinder von 6 bis 14 Jahren. An zwei Abenden wird der Musiker Karl Neukauf mit Kollegen und Kolleginnen ein musikalisches und literarisches Programm zu Gehör bringen.

Information: www.theaterburg-rosslau.de

Kartenvorverkauf
Besucherring am Anhaltischen Theater: Tel. 0340 / 25 11 222
Tourist-Information Roßlau: Tel. 034901 / 82467
Karten 20 / 14 Euro
In diesem Jahr werden Corona-bedingt, nur Platzkarten verkauft. Reservierungen sind nicht möglich.

gefördert u.a. von
Land Sachsen-Anhalt, Lotto Sachsen-Anhalt, Stadt Dessau-Roßlau

 

Alle Termine  2020

Mi        15. Juli,  20.30 Uhr      „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Do        16. Juli,   20.30 Uhr       „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Fr         17. Juli,   20.30 Uhr       „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Sa        18. Juli,   15 Uhr            „Der Salzprinz“ – Kindertheater

  20.30 Uhr       „Geschichten aus dem Wiener Wald“ / Publikumsgespräch

So        19. Juli,   15 Uhr            „Der Salzprinz“ – Kindertheater

  20.30 Uhr       „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Mi        22. Juli,   20.30 Uhr       „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Do        23. Juli,   20.30 Uhr       „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Fr         24. Juli,  20.30 Uhr       „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Sa        25. Juli,   15 Uhr            „Der Salzprinz“ – Kindertheater

  20.30 Uhr       „Geschichten aus dem Wiener Wald“ / Publikumsgespräch

So        26. Juli,  10 Uhr            Beginn Jugend-Workshop (26. Juli bis 4. August, je 9 bis 17 Uhr)

  15 Uhr            „Der Salzprinz“ – Kindertheater

  20.30 Uhr       „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Mi        29. Juli,      20.30 Uhr    „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Do        30. Juli,      20.30 Uhr    „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Fr         31. Juli,      20.30 Uhr    „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Sa        1. August, 15 Uhr         „Der Salzprinz“ – Kindertheater

                             20.30 Uhr    „Geschichten aus dem Wiener Wald“ / Publikumsgespräch

So        2. August, 15 Uhr         „Der Salzprinz“ – Kindertheater

                             20.30 Uhr    „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Di           4. August,  20.30 Uhr  Aufführung Jugendworkshop

Mi          5. August,                   Beginn Kinderworkshop (5. bis 9. August, je 10 bis 14 Uhr)

       20.30 Uhr  „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Do          6. August,  20.30 Uhr  „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Fr           7. August,  20.30 Uhr  „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Sa          8. August, 15 Uhr        „Der Salzprinz“ – Kindertheater

                               20.30 Uhr  „Geschichten aus dem Wiener Wald“ / Publikumsgespräch

So          9. August, 15 Uhr        „Der Salzprinz“ – Kindertheater

                               20.30 Uhr  „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Mo       10. August    20 Uhr      Konzert/Lesung Karl Neukauf und Kollegen

Di         11. August    20 Uhr      Konzert/Lesung Karl Neukauf und Kollegen

Mi        12. August,  20.30 Uhr  „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Do        13. August,  20.30 Uhr  „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Fr         14. August,  20.30 Uhr  „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

Sa        15. August,  15 Uhr       „Der Salzprinz“ – Kindertheater

                                20.30 Uhr „Geschichten aus dem Wiener Wald“ / Publikumsgespräch

So        16. August,  15 Uhr       „Der Salzprinz“ – Kindertheater

                                20.30 Uhr „Geschichten aus dem Wiener Wald“ von Ödön von Horvath

„Ich schreibe nicht gegen, ich zeige es nur … Ich schreibe allerdings auch nie für jemand, und es besteht die Möglichkeit, dass es dann gleich „gegen“ wirkt. Ich habe nur zwei Dinge, gegen die ich schreibe, das ist die Dummheit und die Lüge. Und zwei, wofür ich eintrete, das ist die Vernunft und die Aufrichtigkeit.“
Ödön von Horváth

Geschichten aus dem Wiener Wald
von Ödön von Horváth

Eine Puppenklinik, eine Fleischerei, ein Tabakladen, eine heile Welt. Mariannes Vater, der „Zauberkönig“, ist Inhaber der Puppenklinik. Der Nachbar und Bräutigam Oskar besitzt die Fleischerei. Alles in der „stillen Straße im 8. Bezirk“ ist so, wie es sein soll, wie es immer war. Deshalb muss alles anders werden. „Du wirst meiner Liebe nicht entgehen“ sagt Oskar zu Marianne und schenkt ihr Bonbons in Goldpapier. Doch sie hat „oft so eine Sehnsucht“ und will hoch hinaus. Am Verlobungstag an der Donau liegt sie plötzlich Alfred, dem Pferdewetten-Alfred, im Arm und sagt:

MARIANNE      Du – wie der Blitz hast du in mich eingeschlagen und hast mich gespalten.
ALFRED           Du erhöhst mich. Ich werd ganz klein vor dir in seelischer Hinsicht. 
MARIANNE      Und ich geh direkt aus mir heraus und schau mir nach – (...) Von dir möcht ich ein Kind haben –


Ein Jahr später: Marianne ist vom Vater verstoßen, hat ein Kind, keinen Job und einen Vorstadt-Casanova, der sie lieber wieder los wäre. Die Spirale führt abwärts: Verkupplung als Nackttänzerin, Diebstahl, Gefängnis. 

Ödön von Horváths Weltstück wurde 1931 in Berlin mit großem Erfolg uraufgeführt. Es kommt leicht daher, ist voller Humor. Und doch steckt in jedem Satz die Angst vor dem Absturz, die ungestillte Sehnsucht, das Leben.


Ödön von Horváth wurde 1901 im heutigen Rijeka als Sohn eines österreichisch-ungarischen Diplomaten und einer ungarisch-deutschen Mutter geboren. 1924 zog er nach Berlin, wo er die Volksstücke schrieb, mit denen er berühmt wurde. Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, konnte er nicht mehr mit Aufführungen in Deutschland rechnen. 1938 emigrierte er über Budapest und Prag nach Paris, wo er noch im gleichen Jahr auf den Champs-Elysées von einem herabstürzenden Ast erschlagen wurde.

Horvaths „Geschichten …“ sind dem Leben ganz normaler Menschen abgelauscht. Das Stück spielt „in unseren Tagen“. Es zeigt keine Karikaturen oder Zerrbilder, die in ihrer Kleinheit und Boshaftigkeit zur Schau gestellt werden. Seine Figuren sind ›welche von uns‹. Sie faszinieren durch ihre bedingungslose Lebenslust. Es geht um Menschen und ihre Versuche, glücklich zu werden. Bei aller Gesellschaftskritik treibt sie letztlich die Sehnsucht nach der Versöhnung. Sie meinen es gut und trotzdem gelingt fast nichts. Sie erscheinen komisch und herzzerreißend zugleich. 

Tradition und Wandel. – Wie kann ein gesunder Umgang mit „schon immer dagewesenen“ Strukturen gefunden werden? Und wie können wir zugleich Erneuerung mitgestalten und positiv in die Zukunft zu blicken? Wie ist es möglich – im sozialen Umfeld von Familie oder Gesellschaft – ein selbstbestimmtes Leben zu führen, Konventionen zu durchbrechen ohne alles aufs Spiel zu setzen?

Team und Besetzung

Die Regisseurin Andrea Pinkowski hatte mit den Inszenierungen „Peer Gynt“ 2017, „Ein Sommernachtstraum“ 2018 und „Was Ihr Wollt“ 2019 beim BURGTHEATERSOMMER ROSSLAU großen Erfolg. Sie arbeitet sowohl mit professionellen SchauspielerInnen als auch mit Schauspielstudierenden. Durch Tanz- und Fecht-Choreografien, musikalischen Elementen des Liedermachers Karl Neukauf und die Ausstattung von Nele Ahrens werden stimmungsvolle Akzente in der Kulisse der mittelalterlichen Wasserburg Burg gesetzt.

Schauspiel

ALFRED                                              Valentin Schade
DER MISTER HIERLINGER                 Stephan Sitaras
VALERIE                                             Mora Thurow
OSKAR                                               Jona Hansen
IDA                                                     Tonia Fechte
HAVLITSCHEK                                    Stephan Sitaras
RITTMEISTERIN                                 Tonia Fechter
MARIANNE                                         Jasmin Besemer
ZAUBERKÖNIG                                   Valentin Bartzsch
ERICH                                                 Jacob Meinecke
EMMA                                                 Elisabeth Taraba
HELENE                                              Tonia Fechter
BARONIN                                            Elisabeth Taraba

Regie                                                  Andrea Pinkowski
Musik                                                  Karl Neukauf
Bühne und Kostüme                             Nele Ahrens
Regieassistenz                                    Leonie Wild
Licht                                                    Gerhard Rolfes
Ton
Tanzchoreographie                              Johanna Joerns
Produktion                                           Benjamin Kolass, Elisabeth Taraba, theaterBurg Roßlau e.V.

 

Kinderstück

„Der Salzprinz“
nach einem slowakischen Märchen
„Wer von euch liebt mich am meisten?“ fragt der alte König seine Töchter. Als die jüngste Tochter Maruschka antwortet: „Ich liebe dich wie Salz“ glaubt er seinen Ohren nicht zu trauen und verjagt sie aus dem Königreich. Sie darf erst zurückkehren, wenn Salz kostbarer geworden ist als Gold. Und so beginnt Maruschkas lange Reise, auf der sie allerlei wundersamen Gestalten begegnet und zu guter Letzt im Reich des Salzkönigs eine Antwort findet.

Regie: Jobst Langhans
Schauspiel: Julia Borgmeier, Tonia Fechter, Elisabeth Taraba
Musik: Karl Neukauf
Produktion: theaterBurg Roßlau

Eintritt frei, Unkostenbeitrag erbeten
18. / 19.  //  25. / 26. Juli  //  1. / 2.  //  8. / 9.  //  15. / 16. August 2020
Jeweils Sa und So / 15 Uhr

Die Aufführungen des Kinderstücks finden unter schattigen Bäumen auf den Streuobstwiesen hinter dem Burggelände statt. Es wird empfohlen, Picknickdecken mitzubringen. Weitere Sitzgelegenheiten und Decken stehen zur Verfügung.

 

Veranstalter
theaterBurg Roßlau e.V.
Der Verein wurde 2005 von freischaffenden SchauspielerInnen, RegisseurInnen und Kulturschaffenden gegründet. Sein Anliegen ist, die freie Theaterkultur in Dessau-Rosslau in Sachsen-Anhalt zu fördern. Im Zentrum der Aktivitäten steht der jährliche BURGTHEATERSOMMER auf Burg Roßlau.

Bisherige Produktionen
›Amphitryon‹ von Kleist (2005)  |  ›Möwe‹ von Tschechow (2006)  |  ›Frauenvolksversammlung‹ von Aristophanes (2007)  |  ›toter mann kommt‹, Theaterabend zum Thema Todesstrafe in der Justizvollzugsanstalt Dessau (2007)  |  ›Liebes Leid und Lust‹ von Shakespeare (2008)  |  ›Die Räuber‹ von Schiller (2009)  |  ›Kleist zerbrochen – der Krug‹, nach Kleist (2010)  |  ›Leonce und Lena‹ von Büchner (2011)  |  ›Faust‹ von Goethe (2013)  |  ›Der Bär/Der Heiratsantrag‹ von Tschechow (2014)  |  ›Romeo und Julia‹ von Shakespeare (2015)  |  ›Tango‹ von Mrozek und ›Seeräuber Ahoi‹ (2016)  |  ›Peer Gynt‹ von Ibsen und ›Die purpurrote Blume‹ (2017)  |  ›Ein Sommernachtstraum‹ von Shakespeare und ›Das Brokatbild‹ (2018)  |  ›Was Ihr Wollt‹ von Shakespeare und ›Das kalte Herz‹ nach Wilhelm Hauff (2019)

Spielort
Um die Abstandsregeln einzuhalten, finden die Aufführungen auf dem großen Platz der Wasserburg Roßlau, mit Blick auf das Burggebäude, statt. Beim Einlass und Ausgang ist eine Mund-Nasen-Bedeckung erforderlich.

Platzkarten
Es werden nur Platzkarten verkauft, Reservierungen sind nicht möglich. Die Karten sind innerhalb des selben Haushalts oder Arbeitskollektivs übertragbar. Bei Ermäßigung (Schüler, Studenten, Azubis) bitte eine Berechtigung am Einlass vorzeigen.

Kontaktdaten
Gemäß der Corona-Verordnung des Landes Sachsen-Anhalt müssen alle Besucher beim Eintritt ihre Kontaktdaten hinterlassen. Ein Formular wird mit dem Kartenvorverkauf ausgegeben. Die persönlichen Daten werden vier Wochen aufbewahrt und bei Bedarf dem örtlichen Gesundheitsamt ausgehändigt. Eine sonstige Weitergabe findet nicht statt.

Regen?
Die Veranstaltungen finden  auch bei leichtem Regen statt. Regenponchos können vor Vorstellungsbeginn an der Abendkasse für 1 Euro erworben werden. Bei starkem Regen wird kurz vor Vorstellungsbeginn entschieden, ob witterungsbedingt abgesagt werden muss. Die Eintrittskarten können dann bei der Vorverkaufsstelle umgetauscht werden so lange Plätze verfügbar sind. Falls keine Plätze mehr verfügbar sind, wird der Kaufpreis von der Vorverkaufsstelle zurückerstattet. Es besteht kein Anspruch auf Rücknahme von Karten. Karten für nicht wahrgenommene Veranstaltungen sind vom Umtausch ausgeschlossen. Der Veranstalter behält sich vor, Vorstellungen aus wichtigem Grund abzusagen, abzubrechen oder zu unterbrechen (z. B. witterungsbedingt, wegen Krankheit oder aus betriebstechnischen Gründen). Eintrittskarten werden nur zurückerstattet oder umgetauscht, wenn die Veranstaltung vor Aufführungsbeginn abgesagt werden muss.

Parken
Bitte nutzen Sie die Parkplätze beim Restaurant „Am Schlossgarten“ oder Am Schweinemarkt. Auf dem Burggelände sind keine Parkmöglichkeiten.

in Kooperation mit
Ölmühle e.V. Roßlau, Förderverein Burg Roßlau e.V., Michael Tschechow Studio Berlin

Veranstaltungsort(e)

  • Wasserburg Roßlau
    06862 Dessau-Roßlau
    Am Schloßgarten 18b